Die Banater Schwaben und die Deutschen aus Partium / Kreischenland
An seinem ersten Besuch im Banat, 1906, war der Historiker Nicolae Iorga von dessen Bewohnern sehr beeindruckt. „Mit derartigen Wohnungen und Bekleidung, gesund und munter, schön von wuchs, mutig und selbstsicher, können sich die Banater wohl rühmen, daß sie die Stirn des Landes wären”. Ähnlich heben sich auch die Ortschaften mit deutscher Bevölkerung im Kreis Arad hervor. Das Gebiet südlich der Marosch gehört zum Banat, der nördliche Teil wird zum Kreischenland (Partium) gerechnet. Auch die in Partium wohnhaften Deutschen nannten sich selbst „Banater Schwaben”, bis etwa gegen Kischjene (Chişineu Criş), zumal sie der selben Herkunft wie die Bewohner des historischen Banates südlich der Marosch waren hierher gezogen in den drei Schwabenzügen im XVIII. Jahrhundert, aus den deutschen Landen Schwaben, Baden, Pfalz, Bayern, Franken, Mosel, Reinland. So kommt es, daß die Schwaben im Kreis Arad zwar verschiedene Dialekte sprechen, unterschiedliche Trahchten haben, aber dennoch ähnliche Brauchtümer pflegen. Die Gemeinden Segenthau (Schag), Neuarad, Klein-Semiklosch, Sigmundhausen, Kreuzstätten, Saderlach, Deutsch-Sanktpeter, Sicksessig, Semlak, Grosspereg, Neupanat, Sanktanna, Komlosch (Altsanktanna), Schimand, Schittloch, Ottlaka, Sanktmartin, Matscha, Glogowatz, Hellburg (Schiria), Galscha, Paulisch, Lippa, Neudorf, Guttenbrunn, Wiesenhaid, Traunau, Engelsbrunn u.a. waren Zentren der deutschen dörflichen Zivilisation und Kultur im Kreis Arad. Obwohl die deutsche Bevölkerung größtenteils nach Deutschland zurück ausgewandert oder in die Großstädte umgezogen ist, kann man hier immer noch die Werte und Zeichen des Nachlaßes erkennen, welche diese in einer Anwesenheit von fast 300 Jahren geschaffen haben.
Michael Szellner, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen in Arad
